Gefangen durch Jäger der dunklen Ebene

Markgraf Cardisto im Jahre 1715

Wie lange war er nun schon gefangen, hier in diesem stinkenden Loch. Gefangen von den Jägern der dunklen Ebenen. Worauf musste er den warten. Der Markgraf Cardisto wirkte ein wenig verzweifelt, nein er war wütend. Wütend auf sich selbst, denn niemand anderer als er selbst konnte die Jäger der dunklen Ebene aufhalten um noch mehr der gespaltenen Seelen zu vernichten. Jetzt saß er hier und sah vor sich die weiße Rose. Sie lag am Boden vor der Zellen. Ein Windstoß hatte sie zu ihm gebracht. Sie lag da, als Botschaft seiner Liebe, seiner Liebe zu Corona der wundervollen Novizin, die er nur einmal gesehen hatte damals am Tag der 12 weißen Rosen. Wie wunderschön doch Corona war. Ihr Bild erschien wie im Traum vor seinen Augen. Diese wundervollen blonden Haare. Kurz wie sie nun mal unter den Hauben der Nonnen getragen wurden. Ihre Augen das strahlende Blau des sonnendurchfluteten Tages. Um ihren Mund kräuselte sich ein sanfter Ausdruck, der ihre große Güte und Herzenswärme fühlen ließ. Wie alt mochte Corona sein, es fiel ihm schwer zu raten, aber sicher nicht älter als 20 Jahre. Ihre Ausstrahlung wirkte aber auf ihn so als ob sie tausende von Jahre alt war. Als ob sie tausende Jahre gelebt und erfahren haben durfte. Es wirkte nicht alt, nein es sprach zu ihm. Genauso das Gefühl das er hatte als er in ihre Augen sehen durfte. Dieses Gefühl des sich Erkennens nach einem langen Traum. Ja diese Corona war seine Seelengefährtin, sein Seelenzwilling. Da gab es keinen Zweifel. Doch warum durfte er ihre Liebe in diesem Leben nur im Herzen fühlen. Warum durfte er seine Liebe zu ihr nicht ausdrücken, sich ihr anvertrauen. Sich ihr hingeben.